Gesundheit

Ständig müde? Das könnte die Ursache sein

Beitrag wurde erstellt von:
Dunja Rieber

Bei Müdigkeit mit den richtigen Maßnahmen gegensteuern

Für unseren Körper macht Müdigkeit durchaus Sinn: Müdigkeit ist eine Beschwerde, die uns zeigt, dass etwas nicht stimmt. Nur was? Obwohl die Klage „Ich bin so müde“ zu den häufigsten zählt, wird sie oft falsch gedeutet. Schlechter Schlaf ist zum Beispiel nur einer von vielen Gründen. Viel zu oft wird Erschöpfung leider einfach hingenommen und zum Normalzustand. Doch es lohnt sich, genauer hinzusehen und auf seinen Körper zu hören. Lesen Sie hier, wie Sie den wahren Ursachen für Ihre Müdigkeit auf den Grund gehen können – für mehr Energie und Lebensfreude!

1. Müdigkeit als „Schmerz der Leber“

„Leber“ und „Leben“ liegen nah beieinander, nicht nur im wörtlichen Sinn. Für Naturheilkundler ist die Ursache von Müdigkeit häufig in der Leber zu finden. In ihr laufen hunderte Prozesse gleichzeitig ab: Sie baut nicht nur Alkohol ab, sondern zerlegt für uns Nährstoffe, sie filtert unser Blut, ist wichtig für die Fettverdauung und hilft dem Immunsystem beim Aufspüren körperfremder Zellen. Und sie fungiert als Energiezentrale: Sie versorgt uns mit Glukose und speichert sie, so dass wir in Notzeiten davon zehren können. Was sie jedoch belastet, ist Überfluss: Bei zu viel Zucker und Fett sowie kalorien- aber nährstoffarmem Essen lagert sich Fett in der Leber ab. Die sogenannte Fettleber ist für Mediziner gefährliches, stilles Volksleiden, das auch viele Schlanke betrifft. Außer Müdigkeit zeigt sie lange keine Symptome, das macht sie so tückisch. Das Gute: Kaum ein Organ zeigt eine solche Regenerationsfähigkeit wie die Leber. Eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse als Basis, Vollkorn, Bitterstoffen aus Kräutern sowie guten, pflanzlichen Ölen kann die Fettspeicher der Leber abbauen.

Volksleiden Fettleber: Mit gesunder Ernährung die Leber retten

2. Häufig unentdeckt: Stille Entzündungen als Ursache

Befinden sich in unserem Körper Entzündungen, fühlen wir uns häufig schlapp und schnell erschöpft. Vor allem eine ungesunde Ernährung und bestehendes Übergewicht fördern die stillen Entzündungen, die oft lange nicht erkannt werden. Häufig nimmt der Arzt zwar Blut ab, wenn Patienten über Müdigkeit klagen, zum Beispiel um Eisenmangel auszuschließen. Doch stille Entzündungen hinterlassen oft erst dann Spuren in unserem Blut, wenn sie sich schon weit ausgebreitet haben.

Was hilft: Stille Entzündungen zehren aus, weil sie unseren Körper und unser Immunsystem mit freien Radikalen belasten. Um dem etwas entgegen zu setzen, ist eine antioxidantienreiche Ernährung (Vitamin C, E, A sowie Selen und Zink) mit viel Gemüse, Obst, Kräutern, Nüssen von Vorteil. Das bei stillen Entzpndungen geforderte Immunsystem unterstützen Vitamin C, Vitamin B6 und B12, Vitamin A, Kupfer, Selen, Zink, Folsäure, Vitamin D und Eisen.

3. Müde durch falsche Ernährung: Welche Mikronährstoffe bei Müdigkeit wichtig sind

Müde durch unausgewogene Ernährung – das gilt leider für viele von anhaltender Müdigkeit geplagte. In stressigen Phasen isst man eher Zucker- und Fetthaltiges. Die liefern uns zwar Energie, aber kaum Mikronährstoffe. Wenn wir beim täglichen Essen wieder mehr auf einen ausgewogenen Mix aus Vitaminen, Spurenelementen, pflanzlichem Eiweiß und gesunden Fettsäuren achten, helfen wir Körper und Stoffwechsel, anstatt sie zu belasten:

  • Unser Energiestoffwechsel bestimmt unsere Leistungsfähigkeit: Der Energiestoffwechsel dient der Gewinnung von Energie und wird dabei von den Mikronährstoffen Vitamin C, B1, B2, B12, Niacin, Pantothensäure, Eisen, Biotin, Jod, Magnesium, Kupfer, Mangan beeinflusst.

  • Für mehr Energie und weniger Müdigkeit , brauchen wir eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit Vitamin C, Eisen, Folsäure, Magnesium, Niacin, Vitamin B2, Vitamin B12 und Vitamin B6, die allesamt Müdigkeit verringern.

  • Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen halten den Blutzuckerspiegel stabil und verhindern so Energielöcher im Tagesablauf. Zucker, Snacks, Weißmehl und helle Nudeln lassen den Blutzucker erst stark ansteigen, dann allerdings rasch absinken. Die Folge: Wir fühlen uns müde, brauchen schnell Zuckernachschub. Heißhunger ist ein deutliches Zeichen, dass Sie nicht so essen, wie es Ihrem Körper entspricht.

4. Müdigkeit und Erschöpfung durch Übersäuerung

Wenn Sie sich müde und ausgelaugt fühlen, kann das auch ein Anzeichen für eine Übersäuerung sein. Damit in unserem Stoffwechsel alles optimal läuft, muss unser pH-Wert des Blutes in einem bestimmten, engen Bereich liegen. Doch viele Lebensmittel fördern einen Säureüberschuss im Körper – vor allem wenn gleichzeitig Basenbildner in der Ernährung fehlen. Die Folgen einer Übersäuerung spüren wir, wenn unsere Leistungsfähigkeit nachlässt und die Müdigkeit zunimmt. Idealerweise sollte unsere Ernährung überwiegend basische Lebensmittel enthalten: Gemüse, Obst, Kräuter und Kartoffeln sind besonders stark basenbildend, weil sie viele basische Mineralien liefern. Säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Wurst und Käse sowie Fertigkost sollten Sie reduzieren, um Ihren Säure-Basen-Haushalt im Balance zu halten.

Übersäuerung: In 7 Schritten zum gesunden Säure-Basen-Haushalt

5. Gestörte Energiegewinnung in den Mitochondrien kann ständige Müdigkeit auslösen

Alle unsere Zellen sind mit „Kraftwerken“ ausgestattet, den Mitochondrien. In jeder einzelnen Zelle befinden sich weit über 1000 von ihnen. Arbeiten die Mitochondrien nicht so wie gewohnt, stört das die Bildung von Energie im Körper. Die Folge: Chronische Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Wie es zu einer eingeschränkten Funktion der Zellkraftwerke kommt? Studien zeigen, dass oxidativer Stress den Mitochondrien schadet. Oxidativer Stress entsteht u. a. durch Genussmittel, Umweltgifte, Entzündungen oder eine falsche Ernährung und gilt als Beschleuniger für viele Erkrankungen. Dagegen schützt eine ausgewogene, antioxidantienreiche Ernährung.

6. Zu wenig Wasser lässt uns schlapp fühlen

Wer nicht genügend Flüssigkeit im Körper hat, wird schnell merken, dass es ihm an Energie fehlt. Schon wenn wir nur geringfügig dehydriert sind, kommt es zu Störungen des Nährstofftransports und der Zellkommunikation. Ausreichend Wasser ist auch wichtig, um alle Nährstoffe zu unseren Zellen transportieren zu können. Zudem wird unser Blut dicker, unserem Körper fällt es so schwerer, es durch den Körper zu transportieren. Wir fühlen uns erschöpft. Wie viel Liter Ihr Körper braucht? Das lässt sich mit dieser einfachen Formel berechnen.

Wer tagsüber müde ist, dem soll häufig viel Kaffee über den Tag helfen. Doch Kaffee wirkt direkt auf unser Nervensystem. Trinken wir zu viel davon, belastet das körperlich: Herzrasen und Krämpfe können die Folgen sein, der wachmachende Effekt geht dagegen verloren. Also lieber in Maßen genießen. Drei bis vier Tassen am Tag gelten als gut verträglich.

Wach ohne Koffein – 7 Wachmacher aus der Natur

7. Ständig müde trotz ausreichend Schlaf

Guter Schlaf ist eine wichtige Voraussetzung, um voller Energie durch den Tag zu gehen. Doch viele gönnen sich nicht so viele Stunden Schlaf wie sie eigentlich benötigen. Sieben bis acht Stunden sind eine gute Empfehlung. Doch es kommt auch auf die Schlafqualität an. Erwiesen ist, dass grelle Lichtquellen am Abend unseren Tiefschlaf beeinträchtigen und so Schlafstörungen auslösen. Forscher raten für erholsamen Schlaf zur Medienhygiene: Schalten Sie Smartphone, Laptop und Fernseher eine Stunde vor dem Schlafengehen aus und reduzieren Sie abends das Licht in den Wohnräumen. Auch Alkohol oder zu fettiges Essen am Abend lassen uns weniger tief schlafen und dadurch häufiger aufwachen. Lesen Sie hier mehr darüber: Richtig essen, besser schlafen – mit diesen 7 Regeln

8. Bewegungsmangel als Auslöser für Müdigkeit

Gerade bei ständiger Müdigkeit, fehlt oft die Energie für Sport und Bewegung. Ein Teufelskreis, denn Inaktivität lässt uns langfristig noch müder werden. Bewegung beeinflusst die Ausschüttung von wichtigen Botenstoffen unseres Hormonhaushalts. Sind wir körperlich aktiv, am besten an der frischen Luft, belohnt uns unser Gehirn mit guter Stimmung, Kreislauf und Stoffwechsel werden angeregt. Wir fühlen uns zufrieden und haben mehr Energie. Dafür ist kein anstrengender Sport nötig. Bereits ein Spaziergang am Tag füllt die Energiespeicher wieder auf.

Wenn Sie den ganzen Tag im Büro sitzen, können Ihnen diese Übungen zu mehr Bewegung verhelfen

9. Stress macht müde, wenn der Ausgleich fehlt

Stress begünstigt Müdigkeit. Doch vielen Ursachen für Stress können wir kaum entkommen. Gerade dann gilt es den Körper mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährung zu unterstützen. Hilfreich ist zudem, dem Körper einen Ausgleich zu verschaffen. Wie der aussieht, ist höchst individuell: Meditation und Entspannungstraining helfen. Doch letztlich können Sie durch alle Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten oder in einen Zustand der Ruhe versetzen, Stress effektiv abbauen – sei es durch Lesen, Backen oder Spazieren gehen.

Eine andere Ursache für unnötigen Stress lassen wir häufig außer Acht: Wir umgeben uns mit mehr Dingen als gut für uns ist. Wissenschaftler fanden heraus: Um die tägliche Informationsflut zu bewältigen, muss unser Gehirn ständig entscheiden, was wichtig ist und was nicht. Das ist belastend. Damit sich unser Gehirn wenigstens zu Hause regenerieren kann, sollte es dort ordentlich und überschaubar sein. Auch Smartphone und Fernseher schütten uns mit vielen unnötigen Informationen und Ablenkungen zu. Um das Leben stressfreier zu gestalten, sollten wir diese wieder bewusster und gezielter zu nutzen.

Lesen Sie hier weiter: Gegen Stress: 10 Tipps wie Sie besser mit Stress umgehen

Quellen

Kim SH, Kim H. Inhibitory Effect of Astaxanthin on Oxidative Stress-Induced Mitochondrial Dysfunction-A Mini-Review. Nutrients. 2018 Aug 21;10(9):1137. doi: 10.3390/nu10091137. PMID: 30134611; PMCID: PMC6165470.

Bildnachweis: Fizkes/Shutterstock.com