Ernährung

Heißhunger? Nein, danke!

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Cora Högl
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Heißhunger, was steckt dahinter?

Vor allem Frauen kennen das Phänomen Heißhunger. Rund 30 Prozent gaben in einer Umfrage an, mindestens einmal pro Woche darunter zu leiden. Bei Männern waren es gerade einmal 13 Prozent. Woran liegt das? Ernährungspsychologen sind sich sicher, dass hinter den Heißhunger-Attacken ein Hilferuf des Körpers steckt. Er verlangt nach ganz bestimmten Nährstoffen. Und das so vehement, weil er sonst nicht gehört wird.

Heißhunger auf Süßes

Am häufigsten bezieht sich Heißhunger auf Süßigkeiten. Egal ob Kuchen, Schokolade oder Gummibärchen – fast immer ist der verlockende Zucker das eigentliche Ziel der Begierde. Oft gerade dann, wenn man eigentlich gesünder leben möchte, sich Süßigkeiten verbietet, vielleicht sogar der Gesundheit zuliebe abnehmen möchte.

Auch ein Mangel am Glückshormon Serotonin kann Heißhunger auf Süßes auslösen. Und tatsächlich macht uns Zucker kurze Zeit glücklich. Er kann sogar wie eine Droge wirken. Doch mit der Zeit brauchen wir immer mehr davon und das hat ungesunde Folgen für unseren Körper und unsere Gesundheit. Wie Sie Ihre Stimmung gesund heben können lesen Sie hier.

Süßigkeiten als Snack zwischendurch

Wer zu einer bestimmten Zeit – am Nachmittag oder vor dem Mittagessen – Lust auf etwas Süßes verspürt, hat oft einen niedrigen Blutzuckerspiegel. Gibt man dem Verlangen nach und verspeist das Tortenstück oder die halbe Tafel Schokolade, ist die Welt scheinbar wieder in Ordnung. Jedoch: Die zuckerhaltigen Lebensmittel sorgen zwar für einen raschen Anstieg des Blutzuckerspiegels, nach kurzer Zeit fällt er aber umso tiefer wieder ab.

Diese Achterbahnfahrt des Blutzuckerspiegels ist ein Teufelskreis aus Heißhunger und ungesunden Snacks. Wer ihn durchbrechen möchte, sollte ein paar einfache Regeln und Tipps beachten:

  • Regelmäßig essen: Gar nicht erst bis zum Heißhunger warten, lieber gesunde Snacks wie Nüsse oder Obst und Gemüse zwischendurch einplanen.
  • Vollkornprodukte statt Weißmehlprodukte: Sie machen länger satt und lassen den Blutzuckerspiegel langsamer an- und absteigen. *Eiweißreiche Lebensmittel zu den Hauptmahlzeiten: Hochwertiges Fleisch, Fisch, Eier und Hülsenfrüchte sorgen für langanhaltende Sättigung.
  • Viel Obst und Gemüse: Die darin enthaltenen Ballaststoffe halten den Blutzuckerspiegel in der Bahn, der Zucker im Obst reicht für einen neuen Energieschub aus.

Süßigkeiten am Abend

Wer unter Heißhunger auf Süßes am Abend leidet, hat oft einen langen Tag voller anstrengender Enthaltsamkeit hinter sich. Wer sich tagsüber viel verbietet, kann abends oft nicht mehr widerstehen. Niemand sieht es, wenn abends doch die Tafel Schokolade verputzt wird. Tagsüber gesteht man sich die Schwäche vor Kollegen oder der Familie nicht ein.

Die einfachste Möglichkeit, den Heißhunger am Abend zu bekämpfen, ist Essen – und zwar regelmäßig und ausreichend. Nur so kommt der Körper abends nicht in eine derartige Nährstoffnot, dass er den Heißhunger als letztes Mittel einsetzt.

Süßigkeiten am Abend

Wer das Gefühl hat, nach Hauptmahlzeiten unbedingt noch etwas Süßes nachzulegen, leidet meist nicht an Heißhunger. Vielmehr ist es eine über Jahre gelernte Angewohnheit, nicht selten seit Kindertagen. „Iss deinen Teller leer, dann bekommst du deinen Nachtisch.“, ein Satz, den Kinder häufig hören und der gleich drei problematische Bedeutungen hat:

  1. Brav ist nur der, der seinen Teller leer ist. Damit landen unnötig viele Kalorien im Magen, selbst wenn dieser schon vermeldet, er wäre satt
  1. Nachtisch gehört zu jedem Essen
  1. Süßes wird als Belohnung gelernt

Der Körper benötigt keine süße Nachspeise, im Gegenteil. Sind die Hauptmahlzeiten ausgewogen und sättigend, dann sind die süßen Kalorienbomben unnötiger Ballast. Und der macht müde und dick.

Heißhunger auf Salziges und Deftiges

Wer unter häufigem Heißhunger auf Salziges leidet, steht möglicherweise unter starkem Stress. Bei Stress verbraucht der Körper u. a. mehr Mineralstoffe, die er sich dann über eine salzige Mahlzeit zurückholen möchte. Auch zu lange Pausen zwischen den Mahlzeiten, Sport oder Schmerzen können Heißhunger auf Salziges auslösen. Oft geht der Salzhunger mit einem niedrigen Blutdruck einher.

Prinzipiell sollten Sie den Hunger auf Salziges ernstnehmen und dem Körper geben, wonach er verlangt. Entscheidend ist nur, in welcher Form Sie die Mineralstoffe zu sich nehmen. Allzu oft greifen wir bei Heißhunger nämlich zu fettigen, ungesunden Snacks wie Chips, Pommes frites oder anderem Fast Food. Gesündere Alternativen stillen den Hunger auf Salz aber genauso gut, zum Beispiel eingelegte Oliven. Gleichzeitig bleiben Völlegefühl, schlechtes Gewissen und unnötig Pfunde fern.

Achten Sie dabei darauf, alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente täglich in ausgewogener Dosierung zu sich zu nehmen. Daneben ist es sinnvoll, den Körper bei der Stressbewältigung zu unterstützen.

Heißhunger auf Obst

Ja, es gibt ihn auch, den gesunden Heißhunger. Wer einen großen Drang nach Obst verspürt, hat oft einfach zu wenig getrunken. Häufig tritt Heißhunger auf Obst nach dem Sport oder nach der Sauna auf. Natürlich spricht nichts gegen einige Portionen Obst am Tag – ganz im Gegenteil. Gerne können Sie aber zusätzlich ein Glas Wasser trinken. So kann Ihr Körper noch schneller sein Defizit ausgleichen.

„Heißhunger“ auf Lieblingsgerichte?

Wer an stressigen Tagen, bei schlechter Laune, Einsamkeit oder Traurigkeit Gelüste auf bestimmte Lieblingsgerichte bekommt, leidet eher psychisch als an einem körperlichen Mangel. Das Essen wird zum Seelentröster.

Wer regelmäßig Trost im Essen sucht, kann schnell die Kontrolle über Kalorien und Nährwertgehalt verlieren. In diesem Fall sollten Sie sich alternative Stressbewältigungsmethoden suchen.

Fazit: Nachgeben oder aushalten?

Unser Körper ist ein extrem komplexes System. Psyche und Organismus greifen ineinander und sind untrennbar miteinander verbunden. Mit zuckerreichen, stark verarbeiteten Lebensmitteln tun Sie Ihrem Körper leider nie etwas Gutes. Doch wer genau hinhört und versteht, was uns unser Körper sagen möchte, der kann zu richtigen Zeit gesund und angemessen auf seine Signale reagieren.

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