Abnehmen

Falsche Versprechen: Diese Diät-Mythen sind längst überholt

Inhalt dieser Seite
Beitrag teilen auf:8/
Beitrag wurde erstellt von:
Daniela Stewens

Mit "negativen Kalorien" nimmt man ab und fünf kleine Mahlzeiten sind besser als drei große? Zum Thema Diät scheint es ebenso viele Mythen wie Konzepte zu geben. Wir zeigen, worauf es beim Abnehmen wirklich ankommt.

Mythos: Abnehmen geht nur ohne Süßes

Auch wenn Sie abnehmen möchten, ist Süßes in Maßen erlaubt - und sogar in kleinen Mengen vorteilhaft. Denn: Verbieten wir unserem Körper jegliche Süßigkeiten, dann entsteht umso eher Heißhunger. Besser ist es, kleine Portionen an Naschereien bewusst einmal täglich zu genießen. Idealerweise naschen Sie direkt nach einer Mahlzeit. So wissen Sie, dass Sie nicht aus Hunger naschen und halten gleichzeitig den Blutzuckerspiegel stabiler als wenn Sie zwischendurch naschen.

Mythos: Lieber fünf kleine Mahlzeiten wählen

Lange rieten Experten dazu, zum Abnehmen auf viele kleine Mahlzeiten zu setzen, um Heißhunger vorzubeugen. Seit einiger Zeit tendieren jedoch immer mehr Forscher dazu, jegliche Zwischenmahlzeiten zu streichen und auf Snacks zu verzichten. Doch was stimmt nun? Fest steht: Nach jeder Mahlzeit schüttet unser Körper das "Dickmacher"-Hormon Insulin aus. Das Hormon regt unseren Körper vereinfacht gesagt dazu an, Kalorien in Form von Fett zu speichern. Auch die Praxis zeigt, dass es ohne Snacks vielen leichter fällt abzunehmen. Natürlich hängt unser Gewicht aber nicht nur von der Anzahl der Mahlzeiten ab, sondern vor allem von der Qualität unserer Ernährung.

Mythos: Wer Kalorien spart, nimmt ab

Wer einfach weniger isst, um Kalorien einzusparen, bekommt die Gegenreaktion des Körpers zu spüren: Der Organismus schaltet auf den Sparmodus um, um das Defizit an Energie auszugleichen. Um effektiv abzunehmen, ist es jedoch sinnvoller den Energieverbrauch des Körpers möglichst hoch und damit den Energiestoffwechsel am Laufen zu halten. Essen Sie also stattdessen lieber richtig, d. h. ausgewogen, gesund und nährstoffreich. Wie Sie eine solche Ernährung im Alltag praktisch umsetzen und dabei genießen können, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Mythos: Auf Kohlenhydrate besser verzichten

Kohlenhydrate aus Brot und Pasta haben einen schlechten Ruf. Befürworter des „Low Konzepts“ - also dem Verzehr weniger bis keiner Kohlenhydrate - gehen davon aus, dass eine kohlenhydratreiche Ernährung die Ursache für Übergewicht ist und negativen Einfluss auf unsere Gesundheit nimmt. Fakt ist: durch das Weglassen von Brot, Nudeln, Zucker & Co. werden Blutzucker und Insulin-Produktion im Körper niedrig gehalten. Und je weniger Insulin produziert wird, desto besser läuft die Fettverbrennung. Die Veränderungen im Stoffwechsel fördern also letztlich das Abnehmen. Aber wie nachhaltig ist diese Art des Abnehmens tatsächlich? Wie bei allen Diäten und Ernährungskonzepten sollte man sich die Frage stellen: Kann ich das wirklich dauerhaft durchhalten? Letztendlich ist nicht die Menge an Kohlenhydraten entscheidend, sondern die Qualität. Verzichten sollte man auf ballaststoffarme Kohlenhydrate aus hellen Auszugsmehlen und Zucker. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkorn liefern uns hingegen hochwertige und gesunde Kohlenhydrate. Sie enthalten neben Ballaststoffen auch wertvolle Vitamine und Spurenelemente. Meiden wir also generell Kohlenhydrate dann besteht die Gefahr, dass wichtige Nährstoffe zu kurz kommen. Wie so oft gilt also hier: Es lohnt sich, genau hinzuschauen, um gute und schlechte Kohlenhydrate zu unterscheiden!

Mythos: Es gibt negative Kalorien

Es gibt einige Lebensmittel wie Sellerie, die negative Kalorien enthalten sollen. Das bedeutet: Durch ihre Verdauung sollen mehr Kalorien verbraucht werden, als eigentlich im Lebensmittel stecken. Doch in der Praxis funktioniert unser Stoffwechsel anders: Durch die Verdauung werden etwa 20 Prozent der Kalorien des verzehrten Lebensmittels direkt wieder verbraucht, bei eiweißreichen Lebensmitteln sogar noch etwas mehr. Allerdings "verpuffen" dadurch niemals mehr Kalorien als das Lebensmittel eigentlich enthält. Negative Kalorien gibt es also nicht.

Mythos: Essen am Abend macht dick

Generell gilt: Es kommt auf die Gesamtmenge der zugeführten Kalorien an. Das bedeutet nicht, dass wir unseren gesamten Energiebedarf durch den Verzehr von Schokolade, Keksen und Co. decken sollten. Denn dann kommen andere Nährstoffe wie Vitamine und Spurenelemente zu kurz. Die Tageszeit hat nur einen begrenzten Einfluss darauf, wie gut unser Köper die Nahrung verstoffwechseln kann und ob wir ab- oder zunehmen. Tatsächlich sollte man jedoch die Mahlzeiten des Tages innerhalb von acht bis zehn Stunden zu sich nehmen und sich essensfreie Zeiten gönnen. Wann wir diese tägliche Fastenpause einlegen, spielt hier weniger eine Rolle. Einigen fällt es leichter, auf das Frühstück zu verzichten, andere schaffen es gut, nach 18 Uhr nichts mehr zu essen. Diese Form der Ernährung – 16 Stunden fasten und 8 Stunden essen - entspricht der Ernährungsweise, die seit Jahrtausenden in unseren Genen verankert ist. Denn zu Urzeiten musste Nahrung erst gesammelt und mühsam zubereitet werden. Diese Erkenntnis macht sich auch das Intervallfasten zu nutze. Dabei handelt es sich um keine klassische Diät, sondern eine Ernährungsweise, bei der unser Körper nachhaltig Fett abbaut, weil sich der Stoffwechsel durch die Essenspausen verändert. Um uns rund um die Uhr mit Energie zu versorgen, verbraucht unser Stoffwechsel alle verfügbaren Kohlenhydrate. Erst nach etwa 12 Stunden Essenspause geht er an die Fettreserven. Bei einer Pause von 16 Stunden „zapft“ unser Stoffwechsel also rund vier Stunden unser Fett an. Essen wir einen noch so kleinen Snack, stoppt die Fettverbrennung sofort – schließlich ist wieder leicht verfügbare Energie vorhanden.

Mythos: Light-Produkte helfen gegen Kilos

Leider nein. Ihre Zusammensetzung ist meistens alles andere als light. Oft bewirken diese Produkte eher das Gegenteil, nämlich dass man einfach mehr isst. Von fett- oder zuckerarmen Produkten profitiert also vor allem die Lebensmittelindustrie. Probieren Sie es mal aus: Haben Sie schon einmal eine Scheibe fettreduzierten Käse gegessen? Wahrscheinlich werden Sie feststellen, dass diese Light-Version einfach nicht so satt macht und Sie vielleicht eher zu einer weiteren Scheibe greifen. In Light-Produkten stecken darüber hinaus oft Zuckerersatzstoffe wie der Süßstoff Aspartam. Bei Studien im Labor bewirkte Aspartam eine deutlich schnellere Gewichtszunahme als Zucker. Setzen Sie lieber auf naturbelassene statt verarbeitete Lebensmittel und gönnen Sie sich bewusst Produkte mit einem normalen Fettgehalt.

Mythos: Fett macht fett

Richtig ist: Nicht alle Fette sind gleichermaßen gesund. Doch wer sich bewusst fettarm ernährt, spart nicht nur ungesunden Fette ein, sondern lässt oft auch die guten Fette weg, zum Beispiel die aus Nüssen, Saaten oder Samen. Wer seinen Anteil an Fetten in der Ernährung erhöht, isst auch automatisch weniger einfache Kohlenhydrate wie Weißmehl, Zucker, die im Übermaß verzehrt den Stoffwechsel blockieren. Fette in Maßen sind ein optimaler Sattmacher und das ist ein weiterer Grund, warum sie beim Abnehmen und schlank bleiben helfen.

Mythos: Diäten helfen beim Abnehmen

Um eines gleich vorweg zu nehmen: Crash- oder Blitz-Diäten führen im besten Falle zu einer kurzfristigen Gewichtsabnahme. Wer sein Gewicht langfristig verringern möchte, sollte Geduld haben und seine Ernährung bestenfalls dauerhaft umstellen. Denn sonst droht der vielgefürchtete Jo-Jo-Effekt. Natürlich ist eine langfristige Ernährungsumstellung nicht immer leicht. Nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor und überlegen Sie, wo Sie am ehesten ansetzen können. Der Ersatz von Weißmehl und Zucker durch gesündere Alternativen wäre zum Beispiel ein erster sinnvoller Schritt. Versuchen Sie außerdem mehr pflanzliche Lebensmittel in Ihre Ernährung zu intergieren. Als Grundregel einer gesunden Ernährung gilt: Mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag, Vollkornprodukte bevorzugen, auf pflanzliche Eiweiße aus Nüssen, Samen oder Hülsenfrüchten setzen und statt rotem Fleisch lieber Fisch, Geflügel & Eier verzehren.

Bildnachweis: © polinaloves/Shutterstock.com