Gesundheit

Darmsanierung Anleitung – Darmflora mit natürlichen Mitteln aufbauen

Beitrag wurde erstellt von:
Dunja Rieber

Viele fühlen sich nach einer Darmsanierung besser. Kein Wunder: Der Darm ist das Zentrum unserer Gesundheit und eine Darmsanierung kann helfen, die natürliche Balance im Darm wiederherzustellen. Und mit unserer Anleitung lässt sie sich ganz angenehm und einfach zu Hause durchführen.

Was ist eine Darmsanierung?

Verstopfung, chronisches Unwohlsein, ständige Erkältungen, Migräne, Erkrankungen der Haut, Depressionen oder Angstzustände – viele verspüren nach einer Darmsanierung Besserung. Gerade bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts lässt sich ein Zusammenhang vermuten, aber auch bei vielen anderen Beschwerden spielt die Darmgesundheit eine Rolle. Sie möchten eine Darmsanierung durchführen? Keine Angst, der Begriff klingt recht medizinisch, aber sie gelingt schon mit einfachen Maßnahmen auf absolut angenehme Weise!

Sanierung kommt vom lateinischen Wort „sanare“ und bedeutet „wiederherstellen“. Ziel ist es, das Gleichgewicht der Darmflora wiederherzustellen, die Verdauung zu optimieren und das Wohlbefinden zu verbessern. Denn der Darm ist das Gesundheitszentrum unseres Körpers: Ohne gesunden Darm, kein gesunder Körper.

Von der richtigen Ernährung, über Hausmittel bis zu äußerlichen Anwendungen – bei einer Darmsanierung kommen in der Regel mehrere Maßnahmen zum Einsatz. Meistens beginnt Sie mit einer Darmreinigung, gefolgt von einem Aufbau der Darmflora.

Warum ist eine Darmsanierung sinnvoll?

Unser Darm besteht aus Billionen von Bakterien, die nicht nur für die Verdauung wichtig sind. Die Darmkeime helfen uns dabei, Energie und Nährstoffe aus unserer Nahrung zu ziehen. Sie verhindern die Vermehrung krankmachender Bakterien und das Mikrobiom spielt außerdem für unser Immunsystem eine Rolle. Auch eine positive Wirkung auf unsere Psyche, die Gesundheit unserer Haut, Entzündungen und sogar das Abnehmen wird einer ausgewogenen Darmflora nachgesagt.

Wenn der Darm nicht funktioniert, hat dies also schnell gesundheitliche Folgen – und zwar für alle anderen Organe. Oberstes Ziel sollte es sein, das Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

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Häufige Ursachen für eine gestörte Darmflora

  1. Magen-Darm-Erkrankungen: Häufig geraten unsere Darmbakterien nach Magen-Darm-Erkrankungen aus dem Gleichgewicht.
  2. Antibiotika: Bei Medikamenten gilt oft „keine Wirkung ohne Nebenwirkung“. So auch bei den Antibiotika. Sie beseitigen schädliche Bakterien, machen jedoch auch vor unseren „guten“ Darmkeimen keinen Halt.
  3. Zu viel Zucker: Eine falsche Ernährung bildet die Nahrungsgrundlage für krankmachende Keime und Pilze. Wer viel Zucker isst, verändert damit die Besiedelung seines Darmes ähnlich wie es durch Antibiotika geschieht.
  4. Zu viel Fleisch: Ein Freund unserer Darmgesundheit ist pflanzliche Kost. Forscher der University of New York haben herausgefunden, dass wer überwiegend pflanzlich isst, mehr schützende Darmbakterien besitzt als Fleischesser. Warum pflanzliche Kost den Darm schützt? Unser Darm liebt Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn – und die stehen bei Vegetariern bzw. Flexitariern deutlich häufiger auf dem Speiseplan.

Wann ist eine Darmsanierung sinnvoll?

Gründe für eine Darmsanierung gibt es viele. Eine Darmsanierung ist sinnvoll, wenn einer oder sogar mehrere der folgenden Punkte auf Sie zutreffen:

  • Sie haben Verdauungsprobleme, wie Verstopfung, Durchfall oder auch einen Blähbauch
  • Sie fühlen sich schlapp, müde und energielos
  • Sie haben eine Antibiotika-Einnahme hinter sich
  • Sie leiden unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Sie möchten auf eine gesündere Ernährungs- und Lebensweise umsteigen
  • Sie leiden häufig unter Infektionen
  • Sie möchten Ihre Wechseljahrbeschwerden lindern und Ihren Körper bei der Umstellung unterstützen

Wie lange dauert die Darmsanierung?

Für die Darmsanierung gibt es keine festgelegte Dauer, sondern sie richtet sich immer nach dem individuellen Befinden. Sie kann 14 Tage, 4 Wochen oder 8 Wochen dauern.

Für die meisten sind 4 Wochen ein guter Anhaltspunkt. Je nachdem, wie Sie und Ihr Körper sich fühlen, kann diese um weitere ein bis vier Wochen verlängert werden.

Allgemein gilt: Die Darmflora ist immer im Wandel und zu jeder Zeit Ausdruck unserer Lebensweise. Schließlich bildet unsere Ernährung die Nahrungsgrundlage für die Bakterien-Gemeinschaft im Darm. Wer ein gesundes, vielfältiges Mikrobiom möchte, der sollte die Darmflora mit der richtigen Ernährung dauerhaft unterstützen. Schleichen sich schlechte Gewohnheiten ein, spiegelt sich das schon nach kurzer Zeit in der Darmflora wider. Eine gesunde Ernährung sollte daher auch nach der Darmsanierung beibehalten werden.

Darmsanierung – die Anleitung Schritt-für-Schritt

Mit einer Darmsanierung können Sie die Darmflora schnell wieder ins Gleichgewicht bringen. Und sie lässt sich problemlos in den Alltag integrieren. Schon nach einer Woche zeigen sich erste positive Veränderungen der Darmflora.

So geht´s Schritt für Schritt:

1. Die Darmreinigung

Oft werden diese beiden Begriffe verwechselt: Die Darmreinigung ist im Gegensatz zur Darmsanierung eine kurzzeitige Sache. Dabei wird mithilfe eines Abführmittels oder Einlaufs der Darm gereinigt, unter anderem auch vor einer Fastenkur oder einer Darmspiegelung. Hierfür werden zum Beispiel Glaubersalz, Rizinusöl oder Einläufe verwendet.

Eine Darmreinigung ist ein guter Start zu Beginn der Darmsanierung – ein absolutes Muss ist sie aber nicht!

Eine milde Alternative ist die Reinigung mit Leinsamen oder Flohsamenschalen. Anwendung: Trinken Sie zweimal täglich einen Teelöffel Flohsamenschalenpulver oder geschrotete Leinsamen in 100 ml Wasser verrührt. Verwenden Sie geschrotete Leinsamen, da unser Darm ganze Samen nicht aufschließen kann und dann der reinigende Effekt nicht eintritt. Wichtig: Trinken Sie viel Wasser, um den Körper bei der Ausscheidung von Rückständen zu unterstützen.

Eine gängige Methode zur Darmreinigung ist auch die Colon-Hydro-Therapie, eine spezielle Form der Darmspülung, die jedoch beim Heilpraktiker durchgeführt wird.

2. Die richtige Ernährung bei der Darmsanierung

Grundlage ist eine abwechslungsreiche basische Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten und gesunden Fetten, natürlich immer in Abhängigkeit der individuellen Verträglichkeit. Diese liefern wichtige Ballaststoffe, die unverdaut in den Dickdarm gelangen und die guten Darmbakterien füttern. Mediziner sprechen hier von Präbiotika. Dazu zählt auch das Inulin, das in Chicorée, Artischocken, Knoblauch, Zwiebeln, Lauch und Topinambur steckt. Weitere förderliche Ballaststoffe sind Oligofruktose aus Roggen, Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch sowie resistente Stärke aus Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Haferflocken und erkalteten Kartoffeln.

Eine andere Möglichkeit unsere Darmflora zu beeinflussen, sind Probiotika. Das heißt, man nimmt die günstigen Bakterien direkt zu sich. In einigen Lebensmitteln kommen die Keime natürlicherweise vor, in gesäuerten Milchprodukten wie Joghurt und Kefir sowie in eingelegtem Gemüse oder sauer fermentierten Gemüsesäften.

Wie Sie Gemüse selbst fermentieren können, erfahren Sie hier.

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Auf folgende Lebensmittel sollten Sie verzichten

  • Raffinierte Zucker- und Weißmehlprodukte
  • Wurst
  • Alkohol
  • Fleisch- und Fischkonsum einschränken (1-2 Mal pro Woche)
  • maximal 2 Tassen Kaffee pro Tag

3. Darmsanierung mit natürlichen Hausmitteln unterstützen

Es gibt eine Reihe natürlicher Hausmittel, mit welchen Sie die Darmsanierung unterstützen können. Reinigende Effekte haben Heilerde, Flohsamen und geschrotete Leinsamen. Täglich einen Esslöffel Heilerde einfach in einem halben Liter Wasser einrühren und trinken.

Die Flohsamenschalen und die Leinsamen quellen im Darm und wirken regulierend auf die Darmtätigkeit. Trinken Sie einmal täglich einen Teelöffel Flohsamenschalenpulver oder geschrotete Leinsamen in etwa 100 ml Wasser verrührt. Leinsamen können Sie auch prima z. B. in Joghurt oder Müsli einrühren.

4. Bewegung und Massagen zur Unterstützung der Darmsanierung

Während der Darmsanierung ist ein guter Zeitpunkt, um Ihre Alltagsbewegung zu erhöhen und mit Sport anzufangen. Moderate körperliche Aktivitäten regen die Darmperistaltik an und unterstützen die Darmsanierung. Ideal sind täglich 30-minütige Spaziergänge und zwei- bis dreimal pro Woche Schwimmen, Cardio, Zumba, Krafttraining und Co. Nutzen Sie das vielfältige Angebot in Ihrer Umgebung und werden Sie aktiv.

Durch Bauchmassagen wird die Peristaltik des Darms verbessert, was die Verdauung unterstützen kann. Kreisen Sie hierzu mit Ihrer Hand im Uhrzeigersinn über Ihren unteren Bauch.

Bürstenmassagen hingegen bringen Ihr Lymphsystem in Schwung und fördern den Abtransport von Schadstoffen und Giften. Beginnen Sie hier an den Füßen und arbeiten Sie sich langsam Richtung Oberkörper vor.

5. Ausreichend Wasser trinken

Zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung gehört auch eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit – am besten Wasser oder ungesüßte Tees. Wasser entlastet unseren Darm und erleichtert die Verdauung. Trinken Sie mindestens eineinhalb Liter Wasser am Tag, um das Ausscheiden von Giftstoffen zu fördern.

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