Gesundheit

Wie Hundertjährige so alt werden – ein Blick auf den Speiseplan der ältesten Menschen dieser Welt

Beitrag wurde erstellt von:
Cora Högl

Lange dachte man, alt werden ist eine Frage der Gene. Für die Zeitschrift National Geographic untersuchte der Autor Dan Buettner zusammen mit einem Team aus Wissenschaftlern die Lebensweise der Hundertjährigen. Das erstaunliche Ergebnis: Das lange Leben hat offensichtlich mit der Ernährung der Bewohner in den unterschiedlichen Regionen zu tun. Dabei entwickelte jede Region für sich unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten, die aber allesamt gesund sind. Wir stellen sie hier vor:

Okinawa, Japan

Okinawa ist die südlichste Präfektur Japans und für sein ganzjährig schönes Wetter bekannt. Außerdem zeichnet sich Okinawa dadurch aus, dass seine Bewohner überdurchschnittlich alt werden: Die werden bis ins hohe Alter überdurchschnittlich wenig von Krankheiten gebeutelt und weisen die höchste Lebenserwartung auf der Erde auf: Eine Bewohnerin Okinawas wird im Durchschnitt 86 Jahre alt, ein Bewohner darf sich immerhin noch über stolze 79 Geburtstage freuen.

Die Inselbewohner mischen in ihrer Ernährung Köstlichkeiten aus dem Meer und vom Land. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Algen, Tofu, Knoblauch, brauner Reis, grüner Tee, Shiitake-Pilze und Bittermelonen. Kurzum: Ihre Ernährung ist kalorienarm, kommt mit sehr wenig tierischen Lebensmitteln aus, ist reich an Mineralstoffen (brauner Reis), Proteinen und Eiweiß (Algen, Tofu), dazu zahlreiche Vitamine und Catechine aus dem Grüntee.

Sardinien, Italien

Das Leben der Menschen auf Sardinien, der zweitgrößten Insel des Mittelmeers, ist geprägt von harter Arbeit. Das Hüten von Schafen und Ziegen ist heute noch wichtiger Bestandteil im langen Leben vieler Sarden. Schafs- und Ziegenmilch spielt daher eine wichtige Rolle in der sardischen Ernährung. Und angeblich hält sich Mann und Frau in auf Sardinien an die Tradition „Jeden Sonntag Liebe machen“. Das könnte auch erklären, warum es auf Sardinien genauso viel männliche wie weibliche Hundertjährige gibt. In anderen Teilen der Welt kommen auf einen männlichen Hundertjährigen immerhin fünf weibliche.

Ikaria, Griechenland

Die „mediterrane Diät“ bzw. Ernährungsweise scheint der Schlüssel für das die hohe Lebenserwartung und das hundertjährige Leben auf der kleinen griechischen Insel Ikaria zu sein. Buettner nennt Ikaria „die Insel, auf der die Menschen vergessen zu sterben“. Auf die Tische der Ikarianer kommen hauptsächlich Kartoffeln, Kichererbsen, Ziegenmilch, Augenbohnen, Linsen, Obst, Honig, wenig Fisch und noch weniger Fleisch.

Loma Linda, USA

Im südlichen Teil Kaliforniens liegt die beschauliche Stadt Loma Linda. Dass in der Stadt so viele Hundertjährige leben, liegt offensichtlich an der hohen Zahl von Sieben-Tage-Adventisten in Loma Linda. Die Angehörigen dieser protestantischen Freikirche rauchen nicht, trinken keinen Alkohol und ernähren sich nach der „biblischen Diät“, die ihnen schon von ihren Eltern übermittelt wurde. Diese besteht aus viel Getreide, Nüssen, Früchten, Avocado, Datteln, Feigen und Gemüse. Sie trinken nur Wasser und Sojamilch und lehnen jegliche Lebensmittel ab, die mit Zucker versetzt wurden ab. Viele Bewohner ernähren sich vegan, ein Großteil isst nur geringe Mengen Fleisch oder Fisch. Diejenigen, die gar kein Fleisch essen, leben in Loma Linda am längsten.

Nicoya-Halbinsel, Costa Rica

Kürbis, Bohnen und Mais, „die drei Schwestern der mittelamerikanischen Landwirtschaft“, wie Autor Buettner die Lebensmittel in seiner Studie bezeichnet. Sie bestimmen den Speisezettel der Bewohner der costa-ricanischen Nicoya-Halbinsel. Alle drei Nahrungsmittel sind kalorienarm, reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Die Bohnen liefern zudem jede Menge Eiweiß, das die Menschen sonst kaum zu sich nehmen würden, da auch sie kaum Fleisch oder Fisch essen.

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