Immunsystem

Schwaches Immunsystem? Das sind die häufigsten Ursachen

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Cora Högl

1. Heizungsluft und trockene Räume

Wenn die Temperaturen fallen, drehen wir die Heizungen hoch. Doch wenn es drinnen lauschig warm wird, sinkt gleichzeitig die relative Luftfeuchtigkeit. Die Folge ist trockene Heizungsluft in unseren Wohnräumen, in Büros und Aufenthaltsräumen.

Das wirkt sich negativ auf unsere Abwehrkräfte aus, denn die trockene Luft lässt unsere Schleimhäute in Rachen und Nase austrocknen. Damit können Krankheitserreger leichter in unseren Körper eindringen. Gleichzeitig überleben Viren bei trockener Luft länger. So zeigt eine amerikanische Studie, dass sich Menschen bei einer relativen Luftfeuchte von 20-35 Prozent dreimal so oft mit einem Grippe-Virus anstecken, als bei einer Luftfeuchte von 50 Prozent und darüber.

Übrigens: Für abwehrstarke Schleimhäute ist viel Flüssigkeit wichtig. Trinken Sie daher auch im Winter 1,5-2 Liter pro Tag, am besten Wasser oder ungesüßten Tee.

2. Anhaltender Stress

Stress gilt als einer der größten Störfaktoren für unser Immunsystem. Vor allem bei chronischem Stress schüttet der Körper über längere Zeit Hormone aus, die das Immunsystem unterdrücken. Damit können sich Krankheitserreger leichter im Körper ausbreiten. Tipps, wie Sie Stress im Alltag bekämpfen können, finden Sie hier: 10 Tipps zum Stress abbauen.

3. Fast Food, Fertiggerichte und ungesunde Snacks

In der kalten Jahreszeit essen wir gerne besonders süß und fettig. Zwar finden wir heute in den Supermärkten auch im tiefsten Winter noch eine breite Auswahl an Früchten und Gemüse, doch sie stammen alle aus fernen Ländern und haben einen sehr langen Transportweg hinter sich. Um die lange Zeit zu überstehen, werden sie meist unreif geerntet und müssen auf ihrer Reise künstlich reifen. Darum und aufgrund der langen Lagerzeit enthalten sie nicht mehr alle gesunden Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Vitamine. Gerade die sind aber entscheidend für ein schlagkräftiges Immunsystem. So tragen die Vitamine C, D, B6, B12 und Folsäure zu einem intakten Immunsystem bei.

Besonders wenige gesunde Inhaltsstoffe finden sich in Fast Food, Fertigprodukten und vielen Snacks für unterwegs. Sie machen zwar satt, liefern aber überwiegend leere Kalorien wie Zucker, tierische Fette oder Kohlenhydrate in Form von Weißmehlprodukten. Setzen Sie stattdessen auf eine bunte und abwechslungsreiche Vollwerternährung.

4. Zu langes Sitzen

Sitzen ist das neue Rauchen – so drastisch beschreiben Mediziner bereits die heutige Situation. Tatsächlich sitzen wir Deutschen durchschnittlich ganze sieben Stunden pro Tag, Büroangestellte sogar fast zehn Stunden. Dagegen bewegen wir uns viel zu wenig. Forscher fanden heraus, dass auf acht Stunden Sitzen eine ganze Stunde Bewegung folgen müsste, um die gesundheitlichen Risiken wieder auszugleichen. Und während wir uns bewegen, stärken wir auch unser Immunsystem: Der Stoffwechsel wird angekurbelt, der Kreislauf kommt in Schwung und die Immunsystem blockierenden Stresshormone werden abgebaut.

5. Sportliche Überlastung

Doch nicht nur Bewegungsmangel sorgt für ein schwaches Immunsystem, auch zu viel Bewegung kann schaden. So entstehen beim Sport in unseren Zellen vermehrt freie Radikale, für deren Neutralisierung Vitamine wie Vitamin C und auch die Spurenelemente Zink und Selen verbraucht werden. Sie alle sorgen aber auch für ein starkes Immunsystem. Darum ist ein gesundes Gleichgewicht von Sport, Erholung und der richtigen Ernährung entscheidend um unser Immunsystem fit zu halten.

6. Schlafprobleme

Unsere Schlafqualität steht in direktem Zusammenhang mit unserem Immunsystem . Was schon lange vermutet wurde, konnte der Psychologe Sheldon Cohen von der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh vor Kurzem in einer Studie belegen: Schon ein geringer Schlafmangel schwächt das Immunsystem und begünstigt Infektionen. Konkret zeigte das Ergebnis, dass sich Personen, die sechs Stunden oder weniger schliefen, mehr als viermal so häufig mit Erkältungsviren ansteckten, als ausgeschlafene Probanden.

7. Alkohol und Nikotin

Dass Alkohol und Rauchen alles andere als gesund sind, ist längst bekannt. Doch die sogenannten Genussgifte schwächen auch ganz konkret das Immunsystem. So konnte im Fall von Alkohol deutlich nachgewiesen werden, dass die Immunzellen noch bis zu 24 Stunden nach dem Alkoholtrinken geschwächt sind. Auch Nikotin schwächt die Funktion unserer Abwehr. Es greift die weißen Blutkörperchen an und begünstigt so Entzündungen und Infekte.

8. Menschenansammlungen

Je mehr Menschen sich in einem geschlossenen Raum befinden, desto wahrscheinlicher ist es, sich anzustecken. Und umso bedeutender ist ein schlagkräftiges Immunsystem! Klassische Beispiele, für Orte, an denen man sich häufig ansteckt sind die volle U-Bahn, Großraumbüros oder Klassenräume und Kindergärten. Dabei macht es nur eingeschränkt Sinn, sich ständig die Hände zu waschen oder zu desinfizieren, da sich die Krankheitserreger vor allem durch die Luft verteilen. Beim Niesen und Husten gelangen sie mit hoher Geschwindigkeit in die Umgebungsluft und werden im engen Raum von anderen Personen eingeatmet – Stichwort Tröpfcheninfektion.

Da sich jedoch nicht jede Menschenansammlung meiden lässt, helfen Ihnen einige Verhaltensweisen, sich zu schützen:

  • Halten Sie zu hustenden und niesenden Personen einen Meter mehr Abstand
  • Lüften Sie regelmäßig ihr Büro oder Gruppenraum und lassen Sie frische kühle Luft in den Raum. Damit halten Sie die Erreger in Schach
  • Achten Sie auf ein starkes Immunsystem. Es ist im Zweifel die beste Waffe bei kränkelnden Mitmenschen
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