Gesundheit

Kleiner Aufwand, große Wirkung: Wie Ölziehen unseren Körper verändert

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Dunja Rieber

Viele Krankheiten beginnen im Mund. Daher hat das Mundspülen mit Öl nicht nur auf unsere Zähne eine positive Wirkung. Wir erklären Ihnen, wofür Sie das Ölziehen nutzen können und wie es funktioniert.

Unser Mund ist die Eintrittspforte in unseren Körper. Und gleichzeitig der schmutzigste Ort in unserem Organismus, vergleichbar mit dem Flur in unserem Haus. Im Flur sammelt sich der Schmutz von draußen und wird – wenn nicht geputzt wird – in unser ganzes Haus getragen.

Genauso funktioniert es auch in unserem Körper: In unserem Mund tummeln sich Tausende von Bakterien. Gerät die gesunde Balance dieses Ökosystems durcheinander, kommt es nicht nur zu Entzündungen am Zahnfleisch. Die Bakterien können durch die Blutgefäße in unserem Mund auch in unseren Körper getragen werden.

Während wir diesem Wissen hierzulande nur wenig Beachtung schenken, schätzt die alte ayurvedische Heilkunst schon lange die Wirkung des Ölziehens.

Sie möchten das Ölziehen für sich nutzen? Wir erklären Ihnen, wie das Ölziehen genau funktioniert und welches Öl sich dafür am besten eignet.

Was ist Ölziehen?

Beim Ölziehen werden z. B. Kokosöl oder Sesamöl in den Mund genommen und minutenlang durch die Zahnzwischenräume gezogen. Ein morgendliches Ritual, das bei uns immer beliebter wird und zur ayurvedischen Lehre definitiv dazugehört.

Wie funktioniert das Ölziehen?

Das Ölziehen ist einfach. Ein Ersatz für das Zähneputzen ist es allerdings nicht.

  1. Wählen Sie ein hochwertiges pflanzliches Öl, z. B. Olivenöl oder Kokosöl. In Indien nimmt man traditionell Sesamöl. Ein idealer Zeitpunkt für das Ölziehen ist morgens gleich nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen.

  2. Nehmen Sie einen Esslöffel Öl in den Mund und spülen damit für etwa 3 bis 15 Minuten kräftig Ihre Mundhöhle. Ziehen Sie das Öl dabei durch die Zahnzwischenräume. Anfangs können Sie gerne während des Ölziehens Pausen einlegen.

  3. Das Öl niemals herunterschlucken. Spucken Sie das Öl auf ein Tuch und geben Sie es in den Hausmüll. Durch das Spülen im Mund bekommt es eine weißliche Farbe.

  4. Anschließend den Mund mit warmem Wasser nachspülen und die Zähne wie gewohnt putzen.

Welche positiven Wirkungen hat Ölziehen?

Das Ölziehen ist eine gute Methode, um Krankheitserreger in der Mundhöhle zu bekämpfen. Bakterien und Schadstoffe werden aus der Mundschleimhaut gezogen und im Öl gebunden. Die antibakterielle Wirkung des Öls hat nicht nur einen positiven Effekt bei Mundgeruch, sondern fördert auch ein gesundes Zahnfleisch und hemmt Karies.

Weil sich Keime und Gifte durch die Blutgefäße im Mund im ganzen Körper verteilen können, hat die Ölreinigung auf unseren ganzen Körper eine positive Wirkung. Viele Darm-Erkrankungen haben ihre Ursache in einer gestörten Darmflora, bei der schädliche Keime die „guten“ Darmbakterien verdrängen. Weil die Ölreinigung unerwünschte Keime beseitigt, soll sie daher auch bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts förderlich sein.

Auch durch den entgiftenden Effekt tut es unserer gesamten Gesundheit gut. Ob es auch für weißere Zähne und einen ausgegelichenen Säure-Basen-Haushalt sorgt, ist dagegen umstritten bzw. scheint von Person zu Person sehr unterschiedlich zu sein.

Welches Öl eignet sich?

Für das Ölziehen sind pflanzliche hochwertige Öle empfehlenswert. Diese Sorten eignen sich besonders gut:

  • Sesamöl: In Indien gibt es eine lange Tradition des Ölziehens mit Sesamöl. Das nussige Aroma empfinden viele als angenehm.

  • Kokosöl: Gerade geschmacklich eignet sich auch Kokosöl sehr gut. Und auch die Anwendung ist einfach, weil es sich durch die cremige Konsistenz leicht aus dem Glas löffeln lässt. Verwenden Sie möglichst Kokosöl in Bio-Qualität und achten Sie auf einen nachhaltigen Anbau.

  • Sonnenblumenöl: In der Ernährung sollten wir Sonnenblumenöl nur in Maßen verwenden. Zum Ölziehen eignet es sich dagegen prima, vor allem wenn Sie es nicht zu geschmacksintensiv mögen.

Wie oft sollte man Ölziehen?

Da Ölziehen keine Nebenwirkungen hat, empfehlen Experten tägliches Ölziehen. Wenn Sie gesunde Zähne haben und keine Zahnfleischprobleme, genügt Ihnen einmal tägliches Ölziehen mit einer Dauer von etwa 3-5 Minuten. Bestehen bereits Zahnfleischentzündungen oder andere Erkrankungen des Mundraums empfiehlt sich eine längere Ölreinigung von möglichst bis zu 15 Minuten.

Sie möchten Ihren Körper entgiften? Dann eignet sich eine Ölziehkur besonders gut: Am besten für vier bis sechs Wochen, in denen Sie täglich ein- bis zweimal die Ölreinigung durchführen.

Natürlich ist das Ölziehen kein Wundermittel, aber es kann als präventive Maßnahme dazu beitragen, Ihre Gesundheit zu erhalten. Als Ölziehkur angewendet, verhilft es Ihnen im ersten Schritt zu einem frischen Atem und einem sauberen Mundgefühl – und vielleicht werden Sie ja auch noch weitere positive Auswirkungen verspüren. Probieren Sie es ruhig mal ein paar Wochen aus!

Bildnachweis: zimmytws.j/Shutterstock.com