Abnehmen

Schlank mit dem Darm – so funktioniert’s

Beitrag wurde erstellt von:
Dunja Rieber

Unser Darm ist ein unterschätzter Freund, wenn wir unser Wohlfühlgewicht halten oder es erreichen möchten. Wer sich mit der richtigen Ernährung um sich und seine Darmbewohner kümmert, erhöht seine Chancen, dauerhaft schlank zu sein. Hier lesen Sie, wie es funktioniert.

Wie unser Darm uns beim Abnehmen hilft

Viele denken, dass unsere Haut die größte Kontaktfläche nach außen ist. Doch das stimmt nicht. Es ist unser Darm, der in Falten gelegt auf einer Fläche von zwei Tennisplätzen, unsere größte Verbindung zur Außenwelt darstellt. Unser Essen kommt mit ihm in Berührung und hier entscheidet sich, wie viel Energie und welche Nährstoffe wir daraus beziehen. Und was wir essen beeinflusst, welche Bakterien im Darm gut gedeihen und welche verkümmern, weil ihnen unsere Nahrung nicht schmeckt.

Derzeit erforschen Experten unsere Darmbewohner und deren Wirkung auf unsere Gesundheit. Und auch wenn es noch zahlreiche Fragezeichen gibt, so ist bereits jetzt klar: Unsere Darmbewohner kommunizieren mit unserem Körper und das Mikrobiom spielt eine wichtige Rolle, wenn es um unser Gewicht und unseren Stoffwechsel geht. Sind es die „richtigen“ Keime, die mit unserem Körper kommunizieren, bringt uns das Vorteile – und mit der richtigen Ernährung können wir dafür sorgen, dass genau diese Bakterien sich in unserem Darm wohler fühlen. Es fällt schwer, sich das vorzustellen, doch wenn man überlegt, wie kleinste Erreger uns bei einer Erkältung Schachmatt setzen können, so wird einem bewusst, wie viel die Winzlinge erreichen können.

Info-Box

Viele Vorteile mit den richtigen Darmbakterien

  • sie spielen eine Rolle bei der Energiegewinnung aus unserem Essen und so auch für unser Gewicht
  • sie nehmen Einfluss auf unseren Blutzuckerspiegel und auf unseren Stoffwechsel
  • sie entscheiden mit ihren Stoffwechselprodukten mit darüber, wie gut es unseren Darmzellen geht
  • sie können das Immunsystem fördern
  • möglicherweise beeinflussen sie unseren Hunger-/Appetithormone

Gesunder Darm – 4 Schritte für glückliche Darmbakterien

Mit diesen 4 Schritten passt sich Ihre Darmflora bereits nach wenigen Tagen langsam an – und Sie sorgen dafür, dass sich langfristig gute Darmbakterien wohlfühlen:

1. Innerhalb weniger Tage die Darmflora verändern durch die richtige Ernährung

Die meisten Diäten setzen darauf Kalorien einzusparen, doch das ist nicht der entscheidende Punkt, wenn es darum geht, seine guten Darmbewohnen zu pflegen. Entscheidend ist Vielfalt! Unsere Darmflora setzt sich aus einem ganzen Strauß von verschiedenen Bakterienstämmen zusammen, die jeweils etwas anderes verdauen. Essen wir einseitig, werden somit nicht alle Bakterienstämme gefüttert. Folglich sinkt die Bakterienvielfalt im Darm, und damit „fehlen“ dann auch solche Stämme, die für unser Wohlfühlgewicht von Vorteil sind.

Unsere Darmflora wird von unserer Ernährung täglich beeinflusst. Das bedeutet, steigern Sie Ihre Zufuhr an Gemüse und Co., nehmen Sie innerhalb weniger Tage/Stunden Einfluss auf die Bakterien im Darm. Essen Sie innerhalb einiger Tage 24 verschiedene pflanzliche Lebensmittel (und damit wohl deutlich mehr als sonst), wird bereits innerhalb dieser kurzen Zeit die Fülle günstiger Darmbewohner messbar ansteigen.

2. Stärken Sie Ihre Darmbarriere

Die Darmbarriere sorgt dafür, dass nur das in unseren Körper hineintransportiert wird, was auch rein soll. Und folglich das draußen bleibt, was schadet. Doch durch unseren Lebensstil, bestimmte Umweltstoffe oder Unverträglichkeiten reagiert die Darmbarriere manchmal mit Entzündungen. Und diese können dazu führen, dass die Darmbarriere unzuverlässiger wird. Das bringt einerseits die Bakterien-Balance im Darm aus dem Gleichgewicht und andererseits schaden Entzündungen im Körper der Figur, weil sie den Körper und Stoffwechsel belasten.

Stärken Sie Ihre Darmbarriere indem Sie:

3. Mit Ballaststoffen die Darmflora aufbauen

Um seine Bakteriengemeinschaft umzustellen, müssen Sie nicht gleich Ihre komplette Ernährung umstellen. Starten Sie mit kleinen Veränderungen hin zu mehr Vielfalt, Frische – und Ballaststoffen. Damit machen Sie genau die „schlankmachenden Darmbewohner glücklich:

Ballaststoffe kommen ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Sorgen Sie täglich für eine Extraportion davon durch:

  • geschrotete Leinsamen (z. B. in Joghurt oder Müsli, im Salat)
  • Haferflocken (enthält reichlich vom Ballaststoff Oligofructose, Tipp: Ersetzen Sie einen Teil des Mehls beim Backen durch Haferflocken
  • Weizenkleie (im Müsli)
  • Bohnen oder Linsen (in Salaten oder Suppen)
  • Hirse, Vollkornreis (als Alternative zu Pasta oder in Salaten oder wie hier als Bratling)
  • abgekühlte Pellkartoffeln oder Nudeln für Salate oder Pfannengerichte (beim Abkühlen entsteht sog. resistente Stärke, die auf unsere Darmkeime wie Ballaststoffe wirkt)
  • Obst oder Gemüse, das Sie mit Schale essen (liefert viel Pektin)
  • Inulin, einen pflanzlichen Ballaststoff, der sich in Zwiebeln, Pastinaken, Topinambur, Spargel, Lauch, Chicorée und Artischocken findet

Mit fünf Tricks ganz einfach mehr Ballaststoffe auf den Tisch bringen? Wie das jeder schafft, lesen Sie hier

4. Wasser trinken für eine gute Verdauung

Es ist eine der simpelsten Maßnahmen, und doch vernachlässigen wir sie viel zu oft: Genug Wasser trinken. Denn nicht nur unser Körper benötigt Wasser, auch unsere Verdauung funktioniert viel leichter, wenn wir ausreichend trinken. Auch der Transport von Nährstoffen in den Körper hinein funktioniert durch Wasseraustausch und um die Nährstoffe herauszulösen, muss der Nahrungsbrei zunächst mithilfe von Wasser aufgeweicht werden.

Aber wie viel Wasser ist eigentlich genug und wie schaffe ich es, diese Menge im Alltag zu trinken? Diese Tipps und Tools helfen Ihnen sicher

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